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Wanderungen und Spaziergänge

Die zahlreichen Wege im Schutzgebiet sind unterschiedlich lang und für alle geeignet. Bei einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet können auch die Geschichte der Gegend und die zahlreichen archäologischen Stätten aus prähistorischer und römischer Zeit entdeckt werden, wie z. B. die Überreste von Burganlagen, den sog. castellieri, und der römische Aquädukt, die Kirche Santa Maria di Siaris – sv. Marija na Pečah, typische Eiskeller (jazere), die in der Vergangenheit zur Lagerung von Wintereis dienten, sowie die Überreste alter Mühlen, die am Fluss Rosandra – Glinščica häufig zu sehen sind.

Weitere Informationen finden Sie unter Routen oder in unserem Besucherzentrum.

Radtouren

Der Rad- und Wanderweg Giordano Cottur ist der einzige im Naturschutzgebiet und in seiner Art einzigartig. Denn er ermöglicht es, die unberührte Natur des Naturschutzgebiets Rosandratal vom Triester Stadtzentrum aus zu erreichen. Es handelt sich um eine einfache, für alle geeignete Strecke, die mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden kann. Sie führt bis nach Kozina und lädt dazu ein, in Bottazzo – Botač eine Pause einzulegen.

Die Strecke verläuft auf der ehemaligen Eisenbahnlinie Triest - Hrpelje, die zwischen 1887 und 1959 in Betrieb war und 1966 stillgelegt wurde. Sie wurde von 1885 bis 1886 in nur 20 Monaten gebaut. Dazu wurden von der österreichisch-ungarischen Regierung rund 2.600 Arbeiter beauftragt. Die Strecke verband Triest mit der Neuen Alpenbahn, die wiederum Istrien mit Görz verband und dann in das Herz des damaligen österreichisch-ungarischen Reiches hinaufführte. Noch heute sind viele

der ursprünglichen Bahnhöfe und Bahnanlagen, wie z. B. in den Fels gehauene Tunnel, erhalten. Selbst wenn sie heute oft für andere Zwecke genutzt werden, machen sie die Strecke auch aus industriearchäologischer Sicht interessant.

Früher wurden am Bahnhof Sant'Antonio in Bosco – Boršt von November bis März täglich bis zu 8 Waggons mit Wein beladen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Weinhandel eingestellt, wobei die Handelsbeziehungen mit Istrien intensiver wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Festlegung der neuen Staatsgrenze kam der Handel dann gänzlich zum Erliegen.

Klettern

Im Rosandratal gibt es mehr als 520 Kletterrouten, die zahlreiche Kletterer aus der ganzen Welt anziehen, da sie auch im Winter zugänglich sind. Die Felswände wurden schon Anfang des 20. Jahrhunderts von kühnen Triestiner Bergsteigern erklommen und spielen weltweit eine wichtige Rolle in der Geschichte des modernen Bergsteigens.

An den Felswänden des Naturschutzgebietes kommen alle Kletterfans auf ihre Kosten: sowohl Anfänger*innen, die ihre ersten Kletterversuche machen, als auch erfahrene Profis, für die der Sport seinen höchsten Ausdruck im Schwierigkeitsgrad der Kletterwand findet. Die berühmteste Felswand ist die oberhalb des Dorfes Bagnoli, die so genannte Falesia dei Canarini; hier weist der Fels, der über Jahrtausende vom Fluss Rosandra ausgehöhlt wurde, eine Neigung von fast 45° auf (Schwierigkeitsgrad 6º auf der klassischen Skala, VIII auf der UIAA-Skala) und stellt somit eine körperlich äußerst anspruchsvolle Route dar. Einige besonders schöne Klettergebiete befinden sich an der alten Eisenbahntrasse an den Nordhängen des Tals. Hier ist der Schwierigkeitsgrad oft niedriger und durch die schöne Aussicht auf den gesamten Fluss bekommt das Klettern eine angenehme und entspannende Note. Wer seine ersten Erfahrungen mit dem Klettern machen möchte, sollte sich den Sentiero dell'Amicizia (dt. Freundschaftsweg) nicht entgehen lassen. Es handelt sich um einen Wanderweg von Bagnoli durch die Schlucht bis zum Dorf Beka in Slowenien. Auf der Strecke kommt man an Felsen und Wänden mit alten rostigen Kletterhaken und Holzkeilen vorbei, die in der Vergangenheit von großen Alpinisten wie Emilio Comici und Enzo Cozzolino benutzt wurden.

Technischer Hinweis: Die Kletterrouten sind auf der Grundlage der unterschiedlichen Stile gesichert. Die Routen für das Sportklettern (nach internationalen Standards ausgestattet und daher absolut sicher) sind an den Haken mit den typischen glitzernden Laschen an der Wand zu erkennen, die bis zum Kettenstand verlaufen; die alpinen Routen haben hingegen einen logischeren Verlauf (Risse, Verschneidungen, Kanten), sind aber, obwohl deutlich einfacher als die Sportkletterrouten, fast völlig ungesichert und erfordern daher mehr Erfahrung und eine komplette Ausrüstung.

Höhlenforschung

Die Höhlen im Naturschutzgebiet Rosandratal weisen Besonderheiten auf, die den unterschiedlichsten Ansprüchen der Wanderer gerecht werden. Ob neugierige Ausflügler*innen oder Höhlenforscher*innen, hier ist für alle etwas dabei.

Für abenteuerlustige Wanderer gibt es unterirdische Routen mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Sie reichen von leichten Wanderungen in horizontalen Höhlen bis hin zu Abstiegen in vertikale Höhlen, bei denen die Kenntnis der Abseiltechniken unerlässlich ist.

Für Besichtigungen, bei denen der Einsatz von Seilen erforderlich ist, empfiehlt es sich, fachkundige Führer*innen zu engagieren, die auch die nötige Ausrüstung dazu bereitstellen und alle notwendigen Informationen über die Geologie, die prähistorische Nutzung und die Geschichte der ausgewählten Höhlen geben können.

Wer eine Höhle im Naturschutzgebiet besichtigen will, muss dies aus Sicherheitsgründen melden. So weiß das speläologische Rettungsteam bei fehlender Rückkehr, wo genau nach der Gruppe gesucht werden muss.

Der Zugang zu einigen Höhlen mit besonders vielen feinen Speläothemen wurde reglementiert, um das Mikroklima im Inneren zu schützen und zu erhalten.

Vor einem Höhlenbesuch empfiehlt es sich, mit den Höhlenforschungsgruppen der Provinz Triest oder dem Kollegium der Höhlenführer*innen von Friaul-Julisch-Venetien Kontakt aufzunehmen.